Alles eine Frage der Ausrichtung

“Das Wasser schmeckt widerlich!”, sage ich heute Morgen. Total fertig von der letzten Nacht, in der unsere Jüngste sich dauernd übergeben musste. Schon nachts lief die Waschmaschine und wir haben unseren Vorsatz “diese Woche ist es endlich mal ruhiger”, im stummen, gegenseitigen Einvernehmen auf nächste Woche verschoben.
Vom Sofa her bricht ein tosender Lachanfall der beiden Großen los. Ich versteh’ nicht, was los bzw. überhaupt witzig sein sollte.
Ich bin immer noch nicht fertig angezogen, habe meine Brille mit den Monsterbausteingläsern auf, da meine Augen vor Müdigkeit das Tragen meiner Kontaktlinsen verweigern. Ich fühle mich, pardon, scheiße. Und so sehe ich heute Morgen auch aus. Und so schmeckt auch mein Wasser.
“Mama, du hast das Wasser von den Blumen getrunken!”
“?!?”
“Von dem Strauß, den Papa gerade mitgenommen hat!” (wieherndes Gelächter…)
Ich schaue das Glas in meiner Hand an. Rieche. Eindeutig: Rosenwasser.
Ich glaube, dass das was kostbares ist. Irgendeine Zutat für irgendwas. Oder im Parfüm?
Egal. Mein Tag fängt heute mit Rosenwasser an. Alles eine Frage der Betrachtung. Der Ausrichtung.
Ich lass mich überraschen, wie er weitergeht.
Sei dir gut. 

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