Am Ende denk ich immer nur an dich

Was bedeutet es eigentlich, eine erfüllte Partnerschaft zu führen? Eine glückliche Familie zu sein? Gemeinsam unterwegs zu sein?
Was braucht es dafür, dass es läuft und hält? Was muss ich geben? Worauf verzichten? Wo und wann hält man besser mal den Mund und wann ist der Zeitpunkt sein Herz auszuschütten?
Diese Gedanken umfliegen meinen Kopf, wie die Möwen den Deich, auf dem ich heute Morgen laufen war. Mutterseelenallein. Und es war großartig. Nur ich und die Möwen und alle Gedanken, die ich meistens nur in und mit Bewegung ordnen, neu bewerten oder loslassen kann.
Ich bin kein Mensch, der das meditierend schafft. Ich brauche unbedingt Stille, aber nur in Verbindung mit Bewegung komme ich zur Ruhe. Innerlich. Ich laufe sozusagen zu mir.
Gerade im Urlaub ist die Chance auf Enttäuschung so hoch. Fast vorprogrammiert. Man will Gemeinschaft und sehnt sich nach Erholung. Man will entdecken und erkunden, aber eigentlich zur Ruhe kommen. Es soll nett und schön – und: unbedingt harmonisch – sein, aber da bahnt sich das Unheil seinen Weg. Gerade weil der Alltag so anders und weit weg ist. Gerade weil die Seele plötzlich Raum gewinnt.
Das kennst du vielleicht: kaum wird es weniger, wird man krank.
Und dann: ich könnte doch und müsste doch jetzt, genau jetzt, glücklich sein. Aber dann klopfen die großen Fragen an.
Und man muss aufpassen, dass sie einem nicht das Herz überlagern. Dass man sich nicht hinein verrennt und verläuft.
Sondern sich entscheidet für das Jetzt. Für das Sein. Dass man sich dankbar erinnert. An das was war. An das, was ist. An das, was man sich erträumt hat. Zusammen. Das, was einen trägt und zusammenhält. Das, was man schon getragen und ausgestanden hat. Die Wüstenzeiten und die zweiten Frühlinge. Das, was der Schatz und der Grundstein ist, auf den man gebaut hat.
Und so lass ich los, was mich heute in Gedanken fängt und damit meine Gefühle abkühlt. Ich sage bewusst “Ja!”, zu dir. Zu mir. Zu uns. Und ich spüre, wie Liebe und Dankbarkeit durch meine Venen strömen. Ich sehe meinen Mann. Meine Kinder. Dahinter den Horizont, hinter dem es weitergeht. Die Möwen sind wieder da. Kreischen und feixen. Eines vertreiben sie nicht: ganz egal, woran ich grade denke, am Ende denk ich immer nur an Dich.
Sei dir gut

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