Auf die Freude

Als ich anfing, vor vielen Jahren, mühsam zu lernen mir gut zu sein, hatte ich vor allem eines: Angst.
Angst, dass meine Angst größer sein könnte als mein Mut.
Ich hatte häufig das Gefühl, zu versagen.
Etwas nicht zu Ende bringen zu können.
Nichts initiieren zu können.
Ach, die Liste war lang.
Und so schien es mir sicherer, in meiner kleinen, aber sicheren Höhle sitzen zu bleiben.
Das war bequem.
Das war vertraut.
Das war irgendwie sicher.
Das war auch schmerzhaft.
Aber ich war daran gewöhnt, dass der Schmerz und die Traurigkeit irgendwo ein ständiger Begleiter geworden waren.
Nicht so, dass ich mein Leben nicht genießen konnte.
Nicht so, dass ich nicht fröhlich war.
Nein, eher wie ein feines, gut komponiertes Kontinuum, dass sich kunstvoll angepasst zur Lebensmelodie fügt und selbstverständlich dazu gehört.

Und irgendwann wurde es ein wenig unbequem in der Höhle. Und der Himmel draußen sah sehr verlockend aus.
Auch die Stimmen die ich hörte.
Die Freude, die ich vernahm.
Das Leben lockte mich.
Das Leben rief mich.
Es rief mich raus.

Und ich spürte: diesen ersten Schritt, musst ich alleine gehen.
Niemand kann ihn gehen.
Erst, wenn ich rauskomme, ist da eine Hand, die ich ergreifen kann.
Und so ist es wahr, dass jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt.
Mit einem ersten Gedanken.
Mit einer ersten Unruhe.
Mit einer ersten Unzufriedenheit.
Mit einer ersten Sehnsucht.
Mit der Sehnsucht nach Freude.
Nach Lebensfreude.
Nach Leichtigkeit.
Nach Freiheit.
Nach Glück.

Und mir wurde eines klar, bei dem Anblick in diesen blauen Himmel, der, wenn er aus einer Höhle angeschaut wird, noch viel blauer scheint: Das Leben lehrt uns vieles durch die Täler und den Schmerz. Durch Krisen und durch Schwierigkeiten.
Aber es lehrt uns auch so vieles durch die Freude.
Du kannst wählen, worauf du dich ausrichtest:
Auf den Herzschmerz und die Angst.
Oder auf die Freude.

Ich habe sehr lange vom Schmerz gelernt. Er ist ein guter Lehrer.
Aber vor einiger Zeit habe ich beschlossen, dass nun die Freude mein Lehrer sein soll.
Und das bedeutet nicht, dass es nicht schmerzhafte Dinge und Tage in meinem Leben gibt.
Und wenn ich das wählen konnte und jeden Tag tue,
dann kannst du das auch.
Lass den Mut größer als deine Angst sein.
Wenn du auf dem Wasser gehen willst, musst du zuerst aus dem Boot aussteigen.
Wenn du einen neuen Weg gehen und ausprobieren willst: dann wag‘ den nächsten Schritt.
Und das gilt für alle Situationen, die uns das Leben anbietet:
Für eine berufliche Veränderung.
Für eine private Entscheidung.
Für eine Neuausrichtung.
Für dich selbst.

Wähle Freude statt Angst.
Sei dir gut ❤️

PS: und auch, wenn es unglaublich ist: aber dieses Bild hat meine Freundin Nina tatsächlich letzte Woche selbst geschossen. Letzten Samstagnachmittag. Über Düsseldorf. Unglaublich, oder? Aber: wahr!

1 Kommentar

  1. Julia

    18. Mai 2017 at 20:29

    Ein schöner Text, der einem Mut macht, den Schritt zu wagen! LG

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