Bleiben

 

Ich habe letzten Samstag meinen 40. Geburtstag gefeiert. Ich habe lange im Vorfeld überlegt ob ich das überhaupt will. Nicht etwa, weil ich nicht gerne feiere. Sondern deshalb, weil ich mir unsicher war, WEN ich überhaupt einladen mag. Darüber habe ich mir wirklich den Kopf zerbrochen. Für mich war klar, dass es zwei Möglichkeiten für mich gibt:

Erstens: alle einzuladen, die mir in den Sinn kommen. Die meine Wege gekreuzt haben. Die ich kenne. Egal ob nah oder fern.

Zweitens: nur die Menschen, die mir wirklich nah sind.

Mit meinen Gedanken, wuchs die Erkenntnis und mit ihr die Traurigkeit: es gibt ein paar Menschen, Freunde, die mir nicht mehr nah sind, obwohl sie mir sehr nah waren. Das hat unterschiedliche Gründe. Und die liegen auf beiden Seiten. Und dennoch ist mir bei einigen nochmal klargeworden, dass ich es bisher vermieden habe, mir darüber Gedanken zu machen. Und jetzt, da ich es wollte und musste, kamen noch mal so viele Tränen des Verletztseins, der Enttäuschung und auch der Bitterkeit hoch, dass ich selbst davon überrascht war. Es ist ja normal, dass sich Wege kreuzen und wieder trennen, aber bei manchen bleibt doch ein Herzschmerz des Bedauerns zurück.

Und mir wurde klar, ich will nur die Menschen einladen, die ich wirklich mag. Nicht mehr, weil sie zu einer Gruppe dazugehören und man sich immer einlädt. Weil sonst wer beleidigt ist. Oder sonst was. Nein, zu diesem Geburtstag wollte ich nur mit denen zusammen sein, mit denen ich das wollte. Und es gab auch ein paar, die nicht gekommen sind. Ohne Rückmeldung. Die wollten wohl nicht mit mir. Was ok ist. Ich hätte mir nur gewünscht zu wissen, warum. Aber so bleiben immer Dinge auch im Dunkeln und ich habe mich entschieden, dass ich mir darüber keine Gedanken machen mag. Nicht solange, ich fantasieren und spekulieren muss. Gedanken mache ich mir erst, wenn ich weiß worüber.

Und so habe ich mich auf meine Füße gestellt und überlegt, wie ICH feiern will.

Und ich habe mich entschieden, dass ich das in zwei Etappen machen werden. Und so habe ich mit einer ganz kleinen Gruppe Menschen reingefeiert, die mir seit vielen Jahren eng verbunden sind. Und mehr als das: die mit mir Wege gehen und gegangen sind, die schwierig und einsam waren. Die verlässlich an meiner Seite waren, oder auch schon am Ziel warteten, das ich nur mühsam erreichte. Mit den ich wachsen und mich verändern durfte und die dieses auch ge- und bemerkt haben. Ich mich angefeuert und ermutigt haben. Diese Menschen sind ein Schatz in meinem Leben. Und das wertet nicht meine anderen Freundschaften ab. Im Gegenteil: mir ist sehr bewusst, was und wie ich mit jedem meine Zeit verbringe und verbracht habe. Und jeder davon ist mir kostbar.

Ich hatte den Wunsch mit bei diesen engen Weggefährten zu bedanken. Pipi Langstrumpf hält es auch so, dass sie ihre Gäste beschenkt und so wollte ich das auch. Daher habe ich mich entschieden, dass ich für diese 13 Menschen kochen werde. Ein kleines Festessen. Mit vielen Gedanken und Liebe gewürzt, die ich an und für sie habe.

Und ich habe für jeden einen passenden Text herausgesucht und vorgelesen. Davon zwei gesungen. Und ich kann euch sagen: ICH bin diejenige die an diesem Abend so unglaublich reich beschenkt wurde. Denn alleine das Raussuchen der Texte und des „an den Anderen denken“ hat noch einmal so viele Erinnerungen leben
dig werden lassen, dass ich spüren konnte, wie meine Liebe und Zuneigung, auch meine Dankbarkeit wie kleine Fettaugen auf meinem Blut durch meinen Körper strömen.

Meine Freundin hat mir geschenkt, dass ich diesen Abend bei ihr zu Hause machen darf. Gegenüber. So habe ich das Essen geliefert und durfte als Gast auf meine eigene Party kommen. Und ich kann nicht sagen, wieviel Liebe in jedem kleinen Detail steckte.

Und am Samstagabend haben wir zu Hause eine feine Sause gemacht. Mit vielen Menschen. Und da ich mir gewünscht habe, dass mir jeder etwas Tolles zum Buffet schenkt, habe ich einen sehr entspannten Tag gehabt. Und abends ein rauschendes Fest. Ich bin noch nicht richtig in mein neues Lebensjahr gestartet. Ich hänge noch zwischen den Welten. Ein Blumenmeer und die Luftballons erinnern mich daran und ich schwelge und freue mich und vergesse ein wenig, dass es nun Zeit ist, sich meiner Arbeit und dem Alltag zu widmen. Und so fühle ich noch Restmüdigkeit vom Wochenende, obwohl es schon Wochenmitte ist. Tigere um meine Geschenke herum. Lese wieder und wieder meine Karten. Und kann mein Glück kaum fassen.

Was mir wieder so deutlich geworden ist: bleib dir treu. Versuche dein Leben so zu gestalten, dass es deines wird und ist. Und damit meine ich die kleinen Dinge, die wirklich groß sind. Zum Beispiel ein Fest zu feiern, dass dir entspricht und dir gefällt. Und nicht du den anderen und deren Vorstellungen. Richte dich nach der Freiheit aus. Nach dem, wonach du dich sehnst.

Mir helfen diese Fragen immer, mich wieder einzurichten auf das, was ich fühle und auszurichten auf das, was ich will. Dir helfen sie vielleicht auch?

  • Sehe, höre, ahne, fühle ich, worum es jetzt, in dieser Situation, in Wirklichkeit geht?
  • Ist das, was ich jetzt tue, das, was ich hauptsächlich will?
  • Ist das, worum es hier und jetzt geht (und was ganz ärgerlich zu sein scheint), so wichtig?
  • Will ich Recht haben, oder will ich glücklich sein.

Sei dir gut ❤️

2 Kommentare

  1. KATERINA FISTERA

    6. Februar 2017 at 18:29

    Liebe Natalia, wie schön, dass Du Deinen Ehrentag so feiern konntest, wie Du es Dir erträumt und Du es für für Dich verwirklichen konntest. Gebadet in Blumen in guten Wünschen, in liebevollen Umarmungen, die dir Gutes wünschten und Dich feierten. Du sahst ganz besonders schön aus an dem Abend! Deine Freude, deine Energie, Deine Dankbarkeit strahlten zu uns, deinen Gästen in so einer Überzeugungskraft, dass es mein Herz mit einem Glück, mit Stolz und Freude füllte, bis es beinahe weh tat und ich still auch darum bat, es möge Dir all die Freude, das Glück, die Energie und Dankbarkeit erhalten bleiben dürfen, in dieser oft so mühsamen Welt. „Denn Er hat seinen Engeln befohlen….“war und bleibt mein Wunsch für Dich. Danke, dass wir dabei sein konnten. Umarmung von Mama

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