Blind date

Sonntag hatte ich mein erstes blind date. Eine Internetbekanntschaft. Ich spüre gleich: da ist mehr. Da wird was draus.
Sie hat mich vor ein paar Wochen angeschrieben. Eine wahrlich nette Mail. Mehr als das: eine Ermutigung, die genau zur rechten Zeit vom Himmel fiel. Und weil ich gleich spürte: tolle Frau!, will ich sie gerne kennenlernen.
Und so treffen wir uns in Stuttgart Hauptbahnhof. Ich auf der Durchreise. Sie extra dorthin gekommen. Wir verabreden uns am Bahnsteig. “Ich erkenne Sie auf jeden Fall”, schrieb sie mir ein paar Tage vorher.
“Da wäre ich nicht so sicher”, denke ich mir, als ich an dem Morgen vor meiner Abreise, nach einer kurzen Nacht wegen einer großartigen runden Geburtstagsfeier meines Schwagers, in den Spiegel schaue.
Und so bin ich etwas aufgeregt. Aber vor allem: voller Vorfreude.
Und natürlich erkennt sie mich. Nicht nur das: ich sie auch, denn ich werde erwartet. Das ist ein schönes Gefühl.
Und dann ist es ganz leicht: wir umarmen uns. War irgendwie klar. Wir Du-zen uns. War irgendwie auch überfällig
Und verbringen zwei wunderbare Stunden in einem Bahnhofscafé. Mitten im Lärm der Baustelle, im Bratwurstgeruch sitzen wir und irgendwie steht die Zeit still. Und irgendwie verrinnt sie viel zu schnell. Und man ist überrascht, wie leicht und einfach und nah es sich anfühlt, wenn man jemanden trifft, der einen inspiriert. Der einem zum Geschenk wird.
Und dann muss ich weiter. Ich bekomme zum Abschied noch ein kleines Geschenk in einer Tüte. Ich soll erst im Zug reinschauen. Das tu ich. Die beiliegende Süßigkeit schafft es nur bis zum nächsten Halt. (Machmal wünschte ich, dass Maßlosigkeit nicht Thema meines Lebens wäre…) Und eine Karte. Sie wurde in Vorfreude und Vorahnung geschrieben. Und nun ist sie mehr als nur ein “Dankeschön” geworden. Sie ist der Beginn von etwas Neuem.
Und ich freue mich an mir und über mich. Komfortzone verlassen. Mich eingelassen. Und reich beschenkt worden. Life I love you, all is groovy!
Sei dir gut!

Kommentar verfassen