fills and drains

 

Ihr Lieben,

ich konnte die letzten zwei Wochen nichts Schreiben. Es ging nicht. Ich war so voller Gedanken und Gefühle, die ich gerne – falls ich sie in diesem Leben mal sortiert bekommen sollte – gerne mit euch teile. Aber ich fühle mich ganz einfach nur müde und leer. Erschöpft. Und jetzt: kein Mitleid bitte, denn das ist zum Glück immer nur ein kurzer Zustand, aber einer, der mir inzwischen sehr liebe und teuer geworden ist, denn wenn ich so gar nicht in die Gänge kommen, dann ist es Zeit mal Tempo rauszunehmen. Und DAS ist gar nicht immer so leicht. Und vor allem Dingen es geht bei mir gar nicht um Tempo. Oder um „du machst aber auch viel. Vielleicht zu viel?“ oder „war ja klar, dass sie wieder so gestresst ist, bei allem was sie macht und so weiter…“ NEIN. Ich bin nicht erschöpft von diesen Dingen, weil ich liebe, was ich tue. Was ich merke: ich bin menschenerschöpft. Nun ist es raus.

Ich hatte die letzten drei Wochen wahnsinnig viele Kontakte im außen. Wunderbare Begegnungen unterschiedlichster Art. Wenn ich lange Zeit unter zu vielen Menschen bin, dann erschöpft mich das jedoch über die Maßen. Weil ich mehr wahrnehme als nur unsere Unterhaltung. Weil ich spüre, was darunter mitschwingt. An Freude, an Leid, auch an Enttäuschung oder Wut. Ich kann mich nur ganz oder gar nicht einlassen. Dazwischen ist echt anstrengend für mich. Lauwarm kann ich nicht so gut.  Nach vielen Kontakten brauche ich immer wieder viel Rückzug, um mich  zu erholen. Dann bin ich am liebsten alleine. Hier bei uns zu Hause. Und aus den Begegnungen innerhalb der Familie kommt man da ja auch nicht raus. Auch, wenn man das Gefühl hat: „jetzt mal ein Tag nur für mich und dann läuft es alles wieder“. Und, nicht dass ich falsch verstanden werde: ich liebe Menschen! Ich liebe den Zweierkontakt.  Aber auch, wenn diese Begegnungen gut, nett oder was auch immer waren, kosten mich die meisten von ihnen Energie.  Man solle nämlich eines nicht unterschätzen: es hat enorme Auswirkungen, mit welchen Menschen wir uns umgeben und sogar: mit welchen Leuten diese sich umgeben! Deswegen achte ich sehr drauf, mit welchen Menschen ich wie intensiv zu tun habe und auch möchte. Und das beruflich wie privat.

Wichtig ist es zu wissen, WAS dich Energie kostet. Und ebenso WAS dir welche gibt!

fills and drains

Gestern Morgen war es bei mir so: Kinder geweckt. Frühstück vorbereitet. Pausenbrote geschmiert und alle eingecremt. Wäsche gemacht. Aufgeräumt. Der Jüngsten noch zwei Geschichten gelesen. Die Kinder alle gut verabschiedet. Fünf Stunden zum Arbeiten vor mir. Alles gut. Aber ich kann nicht. Ich bin müde. Ich laufe durch die Wohnung. Ich habe tausend Dinge im Kopf und auf dem Herzen. Ich verzettle mich und werde immer unruhiger, weil ich merke: ich bekomme nichts hin. Und nachdem ich die halbe Tüte „Schlümpfe“ (#ichliebeschlümpfe) gegessen, nein verschlungen habe, ist es mir endlich gelungen mal kurz auf die Stopp-Taste zu drücken. Und warum ist das gelungen? Na ganz einfach: ich habe die Leere in mir gefüllt. Ich wollte meine Batterie aufladen – mit Schlümpfen… Ist ja nicht so, dass ich besser oder weiter oder was auch immer bin als alle anderen. Bei weiten nicht.

Und dann habe ich mir einen Kaffee gemacht. Habe laut gesagt: „Natalia. Jetzt reicht es. Reiß dich mal zusammen.“ Habe meinen Laptop unter den Arm geklemmt und alles mitgenommen, was ich heute zum Arbeiten brauche. Und habe meine Freundin gefragt, ob ich – mal wieder- ihr Wohnzimmer zu meinem Arbeitszimmer machen darf.  Dann habe ich mich erstmal zehn Minuten hingesetzt und gar nichts gemacht. Und nur nachgespürt und meiner Erschöpfung Raum gegeben. Sie angenommen.

Und das sieht dann so aus! (ich liebe Selfies! )

Und dann habe ich mir eine Liste geschrieben, WAS ich bis heute Mittag machen muss. Und dann habe ich das wichtigste davon erledigt. Und dann habe ich mir überlegt WAS mir davon Energie gibt. Und das war: endlich wieder schreiben. Denn für manchen ist Arbeit wie Urlaub und Urlaub wie Arbeit.

Und nun habe ich sie wieder: Energie. Und das deshalb, weil ich mich fokussiert habe: Ort gewechselt. Dinge erledigt und nicht weiter vor mir hergeschoben. Meiner Freundin ehrlich gesagt, wie es um mich steht (weniger schlecht, als es sich vorhin angefühlt hat) und eine feste Umarmung als Medizin bekommen. Und schon fühlt man sich weniger allein. Mit sich und seinen Problemen und überhaupt.

Was bedeutet nun aber dieses Wörtchen Energie? Es ist schlicht und ergreifend die Fähigkeit etwas zu tun. Punkt. Dabei ist es wichtig, dass man natürlich klassisch nach außen etwas tun kann, aber man kann auch innerlich etwas tun! Sich einer Krise zu stellen oder sich mit sich zu beschäftigen, Gefühle zuzulassen ist auch „etwas tun“.

Ich finde es außerordentlich hilfreich und wichtig, dass man sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Auch, nein sogar UNBEDINGT mit seinem Partner. Wenn du in deiner Kraft bist, kannst du Kraft in eure Beziehung geben und hast Energie dafür. Wenn du von deinem Partner erwartest, dass er oder sie dich glücklich macht ist das ein echter Energiesauger für euch beide.

Es gibt Hoffnung!

Keine Sorge! „There is a light at the end of the tunnel!“ Auch, wenn ich mich wiederhole… Wenn du gut für dich und deinen Energiehaushalt sorgst, wenn du dir gut bist (been there, done that…) dann schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Das ist ja für jemanden wie mich, der gerne mit wenig Aufwand viel erreicht, gerade richtig: Wenn ich mir gut bin, dann bin ich in meiner Kraft und habe sogar viel mehr Engere übrig als vorher. Für meine Kinder. Für meinen Mann. Für meinen Job. Und warum das? Ganz einfach: weil ich mehr bei mir bin und mich

  • schneller abgrenzen kann
  • früher „Nein“ sage
  • und mir über vieles mehr im Klaren bin, weil ich bei mir bin

Meine Freundin hat es so ausgedrückt und ich finde besser geht es nicht! (wenn ich in meiner Energie und bei mir bin…) „dann bin ich nicht Spielball des Lebens, sondern kann das Leben eher tänzerisch angehen mit all seinen unerwarteten Drehungen und Wendungen, weil ich mich immer wieder an meinen Werten und meinem inneren Kompass ausrichte.

Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Auf alle Fälle nicht von meiner Seite. Außer einem kleinen Geschenk:  „Alles neu macht der Mai“, so sagt man ja. Daher hänge ich hier ein wunderbares Dokument dran, was du ausdrucken und bearbeiten kannst. Falls du dafür Energie hast. 🙂

Sei dir gut ❤️

Was zieht dir Energie und was schenkt dir welche? Was sind deine fills und deine drains?

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Katrin

    31. Mai 2017 at 13:00

    Schöner Post, danke Natalia! Habe das „was gibt mir / was zieht mir Energie“ insbesondere hinsichtlich von unreflektierten Gewohnheiten oder mit und in Beziehungen auch für mich entdeckt.
    Schnell neigen wir diesbezüglich dazu, im Autopilot unterwegs zu sein und nicht mehr zu hinterfragen.
    Ob wir uns entfalten oder nicht, ob wir Träume angehen oder nicht, ob wir uns etwas trauen oder nicht … hat mit dem Setting zu tun, das wir uns in weiten Teilen selbst gestalten (dürfen). Umgebung, Gewohnheiten, Menschen, soziale Netzwerke – es lohnt sich, mal darüber nachzudenken.

    1. Natalia

      1. Juni 2017 at 8:55

      Liebe Katrin, danke dir! Ich weißt genau, was du mit „Autopilot“ meinst. Das ist ein gutes Bild dafür. Und ich bin ganz bei dir: es lohnt sich allemal, da einmal nachzudenken und für sich immer wieder aus-, neu-, und umzusortieren.

  2. Linda

    31. Mai 2017 at 16:37

    Hallo Natalia, sein aktueller Beitrag hat mich total abgeholt! Über Svenja bin ich auf dich aufmerksam geworden und empfinde deine Schreibweise als super angenehm und aufrichtig. Von Herzen eben! Bin froh auf deinen Blog gestoßen zu sein, werde ihn weiter verfolgen und mir meine Inspiration daraus ziehen.
    Dir alles gute weiterhin! Bleib wie du bist! Verbiegen ist out 😉

    1. Natalia

      1. Juni 2017 at 8:53

      Liebe Linda! Wie toll, dass du jetzt hier mitliest! Herzlich willkommen! Danke für deine ermutigenden Worte. Nein, du hast Recht: verbiegen ist out! Alles Liebe, Natalia

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