Gut gelaufen. Schlecht gelaufen.

“Ist ja zum Glück nur der kleine Zeh”, sagt die freundliche Dame beim Röntgen. “Nur?!”, denke ich und versuche mir den Schmerz zu verbeißen. Schon beim Zusammenstoß meines Fußes mit dem Designhochstuhl einer norwegischen Firma wusste ich: gebrochen. Sah so merkwürdig aus und es tut so was von weh!
Nun sitze ich also auf dem Sofa und merke: ich kann echt nix -und ich meine GAR NIX- machen.
“Ist ja nur der kleine Zeh!”
Was soll denn das heißen? Dass es nicht so schlimm ist? Dass ich mich nicht so anstellen soll? Dass es anderen noch schlechter geht? Ja genau, es impliziert, dass es mir im Vergleich zu vielen anderen sehr gut geht. Das stimmt auch. Aber ich finde, dass man auch ein Recht auf dosiertes Jammern und Wehklagen hat. Und das hat nix mit Selbstmitleid zu tun. Es tut auch mal gut, wenn nicht immer alles so schön und glücklich und gelassen sein muss. Und was weh tut, tut halt weh. Ist so.
Ich bin auf alle Fälle überrascht, wie sehr man diesen kleinen Zeh zum Laufen braucht.
So vielen kleinen Dingen schenken wir so wenig Beachtung. Das will ich hieraus gerne lernen: aufmerksamer zu sein für die vielen kleinen Dinge des Lebens, die einen großen Unterschied machen, wenn sie nicht mehr da sind oder funktionieren. Sei dir gut ❤️

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