Gut genug

Ich glaube, heute Nacht ist es soweit. Seid Ende Januar steht diese Creme im Wohnzimmerschrank. Ein Geschenk des Mannes(!) einer Bekannten für mich zum Geburtstag. Ich hab mich gefreut. Irgendwie. Und dennoch war da so ein Zwischengefühl wie “wieso schenkt der mir das?” und “nun ist es soweit!” oder “brauch ich nicht!” Seid Wochen schleiche ich also allabendlich um diese Creme und verweigere mich. Ignoriere sie und überlege, wer sich darüber wohl freuen würde. So eine Creme. Voll teuer. Irgendwie sieht die wertvoll, gehaltvoll, vielversprechend aus. Die wird was mit und aus einem machen. Würd ich mir nie kaufen!! Aber warum eigentlich nicht? Warum meine ich, dass meine blaue Dose mit der weißen Schrift, die für alle Körperteile einsetzbar ist nicht mal abgelöst werden kann? Wenigstens teilweise?! Ganz einfach: es wäre eine große Veränderung des Alltäglichen. Des Gewohnten. Der Farbe und des Geruchs. Aber am meisten, dass ich es wert bin und es mir erlauben, ja gönnen darf, mir etwas Gutes zu tun. Was nicht notwendig ist. Was nicht sinnvoll ist. Was aber gut tut. Verrückt, dass mir das an dieser Creme so auffällt. Wie leicht ich mich zufrieden gebe. Wie leicht ich meine Bedürfnisse zurückstelle. “Nimm dich nicht so wichtig!”, war ein Credo meiner Kindheit. Oh doch. Heute Abend fange ich damit an. Ich betrachte diese Creme als das, was sie ist. Ein Geschenk. Für mich❤️ Ich probiere sie gleich aus. Endlich! Danke an den Schenker. Das hatte ich nicht deutlich genug gesagt!

Sei dir gut ❤️

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