Leichtes Gepäck

Wenn man Urlaub auf einer autofreien Nordseeinsel mit fünf Personen im Oktober plant, bekommt die Frage WAS?! man alles braucht definitiv Gewicht.
Schnell ist klar: alles muss zu Fuß vom Schiff und wieder zurück. Und: jeder trägt selbst. Also alle, bis auf das kleinste Geißlein. Und so bleibt der Laptop daheim. Die Buchauswahl zum Selber-und Vorlesen wird genau durchdacht und bei der Kleidung undSchuhauswahl wird praktisch und pragmatisch ausgewählt. Hat alles gepasst und geklappt. Vor allen Dingen aber: es hat an nichts gefehlt. Gar nichts.
Sondern viel mehr: es war alles da. In Fülle. Genug. Ausreichend. Befreiend.
Und ich will genau das: mit leichten Gepäck reisen. Nicht in den Urlaub, sondern durch mein Leben.
Ich packe meinen Koffer…
…mit den Menschen, die ich liebe
…mit denen, die mich inspirieren
…mit den Büchern, die ich lesen will (viele!)
…mit den Klamotten, in denen ich bin
…nur mit Zahnbürste und Pasta
…nur mit Cremes und Tuben, die mir gut tun, aber keine Masken
…nur Schuhe, in denen ich laufen will und die mir passen

Ich will nicht mehr: so tun als ob. Ich will nicht mehr Schein als Sein. Ich will nicht mehr Menschen, die mir Energie ziehen, sondern nur die, die mich erfüllen. Ich will Weile statt Eile. Ich will hier sein und nicht dort. Ich will offen sein für alles, aber geschlossen sein, wenn ich es will. Ich will wahrhaftig sein und nicht belügen. Am wenigsten: mich selbst.
Ich will mich nach Freiheit ausrichten, aber mich nicht nach dem Wind drehen. Ich will alles, aber weniger von mehr. Ich will Himmel, aber schon hier und jetzt. Ich will nach Innen, um das Außen zu schätzen.
Ich will entschlacken, wegpacken, loslassen, freilassen, einlassen, offenlassen. Mein Herz. Meine Seele. Mein Leben. Mich.
Sei dir gut 

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