Meine Grenze. Unsere Chance.

Wir waren zwei Wochen raus. Weg. Und das hat so gut getan! Ein Leben ohne Uhr. Ein Leben ohne “wir müssen noch” und to do’s. Wir hatten so viel Zeit zum Genießen und Sein und es fällt uns richtig schwer, wieder in Gang zu kommen.
In diesen Frei-Zeiten bewegt uns immer sehr, wie wir unser Leben entschleunigen könnten. Was jeder noch mehr braucht und wo man zum Wohl aller und einem Selbst streichen und verzichten sollte und auch muss.
Ich merke da immer wieder, dass ich mich nach mehr Freiräumen für mich sehne. Nach “ME-Zeiten”. Ob es diese Zeiten gibt, hängt bei mir ganz stark davon ab, ob und wie ich es schaffe mich abzugrenzen.
Abgrenzen von den Erwartungen und Ansprüchen, Wünschen aber auch von Zeiträumen, die an uns gestellt werden.
Ob ich mich abgrenzen kann, hat auch immer etwas damit zu tun, wie gut ich bei mir bin. Ob ich überhaupt wahrnehme, spüren und benennen kann, was gut für mich ist.
Ich habe für mich eine kleine Liste geschrieben und diese möchte ich euch gerne zeigen, da ich mir vorstellen kann, dass es auch dir immer mal wieder so geht, dass es schwer fällt, deine Bedenken und Gefühle zu äußern (ich kenne das auf alle Fälle nur zu gut…):
1. Wenn du Unzufriedenheit spürst, kann das ein Symptom dafür sein, dass du etwas zugelassen hast, das du besser gelassen hättest. Nimm es ernst und spür dem nach!
2. Was sind die Wurzeln, dass dir Abgrenzung schwer fällt? War es in deiner Herkunftsfamilie ein “no go” NEIN! zu sagen, damit man niemanden enttäuscht?
3. Kann es sein, dass du dich nicht äußerst, weil du einfach deine Ruhe und Frieden haben willst?
4. Wenn du immer alles zulässt, weil du nett und höflich sein willst, steht der Andere gefühlt dafür in deiner Schuld. Du übst also Kontrolle aus und wirst bezeiten deinen Frust über dich selbst an ihm auslassen!
5. Fangt im Kleinen an, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zu üben, ohne dass die Angst, den anderen zu enttäuschen zu groß werden kann!
– sag, wenn du Zeit für dich alleine brauchst!
– sag, wenn dir das Essen nicht schmeckt!
– sag, dass dich die Unpünklichkeit nervt!
– sag, warum du dich unwohl fühlst!
– sag, was du dir anders wünscht!
Wenn du anfängst wahrhaftig zu sein und bei dem zu bleiben, was du willst, dann weiß der Andere auch woran er ist. Dann kann man sich aufeinander verlassen. Dann sind Kompromisse und Zugeständnisse wieder möglich, weil die eignen Grenzen klar sind. Dann muss nicht immer wieder neu gerungen werden. Das macht es für beide Seiten leichter.
Ja, es kann und wird immer wieder Enttäuschungen auf der anderen Seite geben. Kurzfristig wird es sich vielleicht gut anfühlen, dem Konflikt entkommen zu sein. Gerade wenn man die Harmonie liebt. Aber langfristig, zahlt es sich aus die eigenen Grenzen zu wahren.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für alles, das du ehrlich ansprechen solltest!

Trau dich! Sei dir gut❤️

Kommentar verfassen