Muttertag

Vor vielen Jahren habe ich meinem Mann gerne am Freitag Nachmittag die Süddeutsche gekauft und dazu ein Rosinenbrötchen. Jeden Freitag. Es war ein Ritual. Wir hatten noch keine Kinder. Ich wusste, dass er sich sehr freut, wenn er so das Wochenende einläuten konnte. Und mir war es keine Mühe auch Umwege in Kauf zu nehmen, damit das so war. Aber irgendwann merkte ich, dass mein Herz bitter wurde. Dass es mich stresste, auch noch zum Bäcker zu müssen (dabei hatte er mich nie darum gebeten!) und noch irgendwo diese Zeitung aufzutreiben. Ich fing an ihm zu mißgönnen, dass er wie selbstverständlich aß und las! Und ich nicht! Weil ich dann immer irgendwas im Haushalt gemacht habe. Weil mich mir nie auch mal ein Brötchen gekauft habe. Und nie mitgelesen habe.
Weil ich nicht gut für mich gesorgt habe, wurde mein Herz bitter. Weil ich mich nicht um mich und um meine Bedürfnisse gekümmert habe, wurde ich unzufrieden. Weil ich mich nicht selbst geliebt habe, konnte ich nicht absichtslos lieben. Finde gut, was du machst! Finde gut, wie du es machst! Finde dich schön! Finde Zeit, die nur für dich bestimmt ist! Finde DICH gut! Dann wirst du eine wunderbare, selbstbestimmte, sich verschenke und liebende Mutter sein.
Sei dir gut ❤️

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