Neuanfang

Du warst gestern so aufgeregt, dass dir übel war.
Du warst gestern so voller Sorge, dass du weinen musstest.
Zu groß die Angst vor dem “was kommt”.
Zu groß die Angst vor dem “wie es sein wird”.
Zu groß die Angst “keine Freunde zu finden”.
Zu groß die Angst “etwas nicht zu schaffen”.

Und wie du dann an meinem Herzen weinst und ich dich halte.
Und wie du redest und redest und ich dich höre.
Und wie du meine Hand hältst, auch wenn du weißt, dass uns jemand sieht.
Das rührt mein Herz.
Glaub mir, ich war wo du bist.
Mehr als einmal.
Und nicht nur ich. Jeder von uns.
Neuanfang.

Und ich sehe dich.
Wie sich dein Lächeln wieder ausbreitet.
Wie sich deine Schultern entspannen.
Wie du wieder weich und du selbst wirst.
Wie deine Hand die meine noch umschließt, aber nicht mehr umklammert.

Und ich bin so stolz auf dich.
Du hast es geschafft.
Du warst mutig.
Du bist gewachsen.
Mehr als du jetzt vielleicht ahnst.

Und keine 24 Stunden später wirst du in den Bus steigen.
Das erste Mal.
Weil du es so willst.
Weil du es dir zutraust.

Und ich schaue dir nach.
Und weißt du was?
Mir geht es so wie dir gestern.

Sei dir gut ❤️

4 Kommentare

  1. Katwwrina

    31. August 2017 at 21:41

    Einfach wunderschön beschrieben, was die Seele in solchen besonderen Momenten empfindet! Fast ein Gedicht, so berührend.

    1. Natalia

      31. August 2017 at 22:02

      Danke. Das freut mich sehr!

  2. Susanne Eymael

    1. September 2017 at 8:43

    Liebe Natalia, ich bin total gerührt und habe die Idötzchen vor Augen, die wir gestern als Eltern “der Großen” in der Friedenschule begrüßt haben…

  3. Gudrun Lochte

    1. September 2017 at 11:19

    So schön. Ich glaube, davon kann jede Mutter erzählen, dessen Kind erstmals in “die große weite Welt” ging und etwas neues kam.
    Liebe Grüße
    Gudrun

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