Vom Vermissen und Sein lassen

Mein Sohn. Mein Herz. Ich musste tatsächlich mitten in der Bahn anfangen zu weinen vor Glück. Vor Freude. Vor Rührung. Diese Nachricht erreichte mich auf der Rückfahrt.
Ich liebe seine Erstklässlerversuche zu schreiben.
Ehrlich gesagt, war es Balsam auf meine geschundene Mutterseele. Denn während mir meine älteste Tochter immer wieder diverse “ich vermisse dich” -Botschaften auf meine Mailbox spricht und mir selbst die Jüngst ein “ich will meine Mama” ins Ohr haucht, war die Antwort meines obercoolen Ninjago-Ritter-StarWars-Römer-Rocker-Sohnes immer, wenn ich mit ihm kurz sprechen wollte: “Was ist?!” 

Ich: “Hallo, Jakob!”
Er: “Was ist?!”
Ich: “Nichts. Ich wollte nur hören, wie es dir geht und dir sagen, dass ich ich dich vermisse.”
Er: “Kann ich jetzt weiterspielen.”
Ich (schlucke): “Natürlich. Bis in fünf Tagen…”
Und schon hatte er aufgelegt.

Das muss man lernen. Da muss man sein lassen. Nicht bewerten und vor allem: nicht persönlich nehmen. Gar nicht so leicht. Aber viel leichter, wenn man weiß: ihm als Jungen fällt es so schwer, seine Gefühle zu äußern. Und der seinen Vater als Vorbild braucht, der damit schon ganz schön Strecke gemacht hat. Und mich, die ihm die Zeit lässt, die er braucht, um sich zu öffnen und dann wie nix zu verstärken, wenn er es geschafft hat.

Und als wir gestern Abend alle vor dem Kamin sitzen und jeder sagt, was gut war, sagt er: “Mama, ich finde gut, dass du Zeit für dich hatde. Es war toll, dass Papa immer da war. Aber ich bin froh dass wir alle wieder zusammen sind.”
Dann merkt man wieder: alles wird gut. Alles ist gut. So weitermachen. Wachsen und lernen. Und vor allem lieben, was das Zeug hält.
Sei dir gut

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