Weniger ist mehr

“Ich will mehr Zeit mit meinen Kindern.”
Während ich in der letzten Woche also (mindestens!) fünf Minuten Pause gemacht habe, kam mir dieser Gedanke.
Auf den ersten Blick macht er vielleicht gar keinen Sinn, denn ich fühle mich ja häufig wie das letzte Einhorn mit meinen drei Energiebündeln. Oft am Anschlag zwischen Job, Haushalt, Schule und Terminen. Und ich versuche schon ganz bewusste Auszeiten für die Familie und die Kids und uns Eltern einzubauen, so dass wir zur Ruhe kommen, Zeit zu fünft haben und einfach mal nur zu Hause sind.
Aber was fehlt ist: Zeit zu Zweit. Im Eins-zu-Eins-Kontakt sein. Dabei entsteht Beziehung. Vielleicht kennt ihr das: wir waren den ganzen Tag zusammen. Es war schön. Eine satte, reiche Zeit. Und dennoch, am Ende sagt einer: “Nie machen wir was zusammen!” Hallo?!
Lange habe ich das nicht verstanden, aber ich weiß nun: da ist was dran. Wenn Beziehung entsteht und gelebt wird, in dem wir Zweisamkeit haben, schenken wir diesem Aspekt innerhalb von Familie häufig zu wenig Beachtung und Bedeutung
Als Paar gelingt es uns gut. Auch gibt es hin und da mal gezielte Mama-Papa-Alleine-Aktionen mit den Kindern. Aber regelmäßig ist das nicht. Und so, wie wir als Paar immer wieder das Gefühl haben, mehr WG zu sein, geht es uns auch mit den Kindern.
Und gestern kam mein Mann überraschend früh von der Arbeit. Erst haben wir einen Kaffee in der Sonne getrunken und dann hat er sich unseren Sohn geschnappt und hat mit ihm gespielt. Jakobs Wunsch: die Playmo-Ritterburg aufbauen. (Ich war schon sehr erleichtert, dass nicht ich gewählt wurde…)
Und dann hatten die beiden Zeit. 30 Minuten. 30 Minuten Nähe. Zweisamkeit. Aufmerksamkeit. Volle Zuwendung. Keine Ablenkung. Nur: du und ich.
Danach war unser Sohn wie ausgewechselt. Entspannt. Zugewandt. Und er hat sich bedankt. Bedankt, dass der Papa mit ihm gespielt hat. Nicht, dass der das sonst nicht auch tut, aber da wuselt dann vielleicht noch eine Schwester drumherum, oder noch schlimmer: ICH.
Diesmal waren es nur die beiden. Die Tür war zu.
Gestern Abend haben wir gesagt, dass wir uns beide wünschen diese Zeiten mit den Kindern zu haben. Bewusste Zeit. Vielleicht klappt es abwechselnd 30 Minuten einmal in der Woche mit jedem von den Dreien. Das wäre toll. Für uns alle.
Und damit nicht das Gefühl aufkommt “Wie soll denn DAS bitte auch noch gehen?? On top??”
1. keinen Stress machen.
2. erstmal Zeit für SICH einplanen
3. Voller Vorfreude sein. Wir müssen nichts machen. Nichts Großes. Sondern einfach nur 30 Minuten ungestörte Zweisamkeit. Und offen sein, für das, was kommt und sich daraus entwickelt.
Wenn es mir in dieser Zeit gelingt, ganz da zu sein. Ganz präsent zu sein und mein Kind zu sehen. Vielleicht auch mal ganz anders als gedacht, dann ist das ein großer Schatz an Nähe und Bindung und Vertrauen, der dort entstehen kann.
Sei dir gut ❤️

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