Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig

Freundschaft. Ein großes Thema. Nun wurde ich schon des öfteren gefragt, ob ich nicht darüber etwas schreiben mag. Ich schiebe es etwas vor mir her. Nun weiß ich auch warum: es ist ein brandheißes Thema. Eines, das mich selbst absolut und immer wieder herausfordert. Eines, das mir auch Wunden zugefügt hat. Manche Narben schmerzen noch.
Ich habe mich also entschieden das Thema etwas aufzuteilen. Und heute kommt Teil 1:
“Lebenslange Freundschaft”
Ich bin Sachen Freundschaft ein relativer Neuling. Das kommt daher, dass ich das außergewöhnliche Glück habe, als Zwilling geboren zu sein. Ich hatte meine beste Freundin, meine engste Vertraute vom ersten Lebenstag und auch schon Monate davor an meiner Seite.
Ich habe folglich lange auf Freundschaften verzichten können, da ich meine Schwester immer, und ich meine: immer, bei mir hatte.
Es fiel mir wirklich schwer, Kontakte nach außen zu knüpfen, aufzubauen und zu pflegen.
Was ich aus dieser Schwestern-Liebe-Freundschaft als meinen absoluten Kernwert behalten habe ist: Urvertrauen.
Vielleicht kommt es daher, dass ich nur drei Menschen zu meinen engsten Freunden zähle. Darüber hinaus bin ich mit vielen wunderbaren Menschen eng verbunden. Aber mit diesen dreien verbindet mich absolute Annahme. Das Beste im Andreren sehen. Bedingungslose Loyalität und Verlässlichkeit. Eine tiefe Liebe und Achtung der Gemeinsam-und Andersartigkeit sowie die absolute Sicherheit, dass diese Basis einfach da ist. Wie ein Herzschlag. Immer. Da. Egal was kommt. Ein Grundgefühl: diese drei sind immer für mich.
Wir drei haben leider keinen oder kaum Alltag zusammen. Damit meine ich, dass wir das Leben öfter hautnah miterleben und teilen. Räumlich zu weit entfernt. Das Leben unterschiedlich voll. Aber wenn wir uns sehen, sprechen, dann ist alles da. Sofort. Ohne Anlauf. Und, was für mich absolut wichtig ist: niemals Schuldzuweisungen, wer sich warum so lange oder gar nicht gemeldet hat. Bedauern, dass ein unkompliziertes Treffen nicht einfach möglich ist. Das ja. Auf beiden Seiten. Mehr nicht. Weil einfach klar ist, dass mehr nicht möglich ist. Jetzt. In dieser Lebensphase.
Das bedeutet für mich frei sein und Freiraum gewähren. Und das brauche und liebe ich total. Bei diesen drei ist es ein wenig wie in einer Ehe. Wir haben gemeinsam Höhenflüge und Abstürze hingelegt. Tränen der Enttäuschung und Verletzung geweint. Vertragen. Vergeben. Nicht aufgegeben. Der Schatz ist zu kostbar.
Wir sind so unterschiedlich. So gegensätzlich. So anders. Und doch so eng und nah und vertraut. Ein wenig so wie mit meinen beiden Schwestern.
Ich wünsche dir solche Freundschaften. Solche, die dir Flügel geben und dich freisetzen. Die dich nicht an die Kette legen und an sich binden, sondern solche, die deine Grenzen achten.
Sei dir gut❤️
P.S. Und das nächste Mal geht es um “Lebensabschnitt-Freundschaften”

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