Zurück zu den Wurzeln

“Ich liebe die See und sie liebt mich auch.”
Ich frage mich, ob es dieses Gefühl von Sehnsucht ist, dass mich heute Nacht nicht schlafen lässt. Ein Ahnen tief in mir, dass meinen Körper, jede Zelle in Aufregung versetzt: Morgen sehe ich dich wieder. Morgen fahren wir ans Meer. Nach Langeoog. Back to the roots.
Ich bin in Norden geboren. Am
Norddeich. Und unser Zwillingswagen war DIE Attraktion auf Langeoog, wo meine Eltern einen kurzen Lebensabschnitt lang lebten.
Und nun liege ich hier: todmüde und doch hellwach.
Ich spüre eine freudige Erwartung: das Meer. Die Ruhe. Die Luft. Der dunkle, mal wirklich dunkle, Nachthimmel. Und: das Rauschen der Wellen.
Ein beständiger, gleichbleibenden Rhythmus. Kommen und Gehen. Aufbauen und Brechen.
Immer gleich. Immer da.
Wenn ich am Meer bin, bin ich da. Ganz. Vollkommen.
Nichts erfüllt mich mehr, als der Blick über das Meer. Bis zum Horizont nur: Weite. Endlose Weite. Und nichts entspannt mich mehr, löst mich mehr, als eben dieser Blick.
Und wenn man am Strand liegend die Augen zum Himmel hebt oder, was man am
Meer so macht, einfach mal schließt, dann hört man das Rauschen. Die Brandung. Und dieser Herzschlag des Meeres vereint sich mit unserem. Mit dem Meer in uns.
Und das Meer in uns ist so ein kostbares Bild. Mehr: ein Abbild von uns.
Ist es das schwarze Meer der Traurigkeit, das sich zeigt, oder mehr ein tiefes, sattes und gutes Blau? In all seinen Farben und Schattierungen?
Ist dir der Strand bekannt? Oder zeigt sich etwas Neues, Unbekanntes?
Und wie offen bist du dem gegenüber?
Und: welche Wellen trägst du in dir? Lieber Ostsee oder Atlantik? Surfst du sie? Oder überrollt sie dich?
Ich kenne alles und beides. Das schwarze Meer. Die Erleichterung, wenn es sich blau zeigt. Das Gefühl die Welle zu reiten, zu beherrschen. Aber auch, dass sie einen wäscht und erschöpft und orientierungslos an den Strand spuckt.
Ich liebe es in der Brandung zu toben. Zu springen, zu tauchen. Und ebenso: mit den Füßen durch’s Meer zu gehen. Vorne, im flachen Wasser. Das Gefühl umspült zu werden und zu sein.
So fühlt sich Leben an.
Und das will ich. Ich will ganz drin sein. Präsent sein. Ich will das Salz auf meiner Haut und die Gischt im Gesicht. Ich will Flut und Ebbe. Ich wünsche mir, dass es mir gelingt, diesen Rhythmus des Lebens mehr zu leben und im Alltag zu haben. Spannung und Ruhe. Mit Anderen sein und nur mit mir. Der Leichtigkeit, aber auch der Anstrengung Raum geben. Zu bleiben, aber auch zu gehen. Zu sein und zu werden.
Ich liebe die See. Und sie liebt dich auch!
Sei dir gut

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