Fokus

Es war KLAR, dass das irgendwann passieren wird und muss. In unserem Wohnzimmer herrscht absolutes Flugverbot, aber da Regeln ja immer mal gerne missachtet werden, zersplitterte das feine Glas unserer Esstischlampe in tauschend kleine Scherben. Raketenangriff. Mitten ins Schwarze. Die Reue beim kleinen Piloten war groß. Nun könnte man ja sagen “gut, die Lampe ist eh schon 15 Jahre alt und es hat gerade das neue Jahr begonnen, da könnte es ja auch mal was Neues sein. Veränderung und so…” Aber das wollten wir nicht.  Wir wollten genau DIE. Wohlwissend, dass es sie EIGENTLICH nicht gibt. Nicht mehr.

In diesen Momenten setzt bei mir das Jagdfieber ein. Für mich ist klar: Ich. Werde. Sie. Finden. Irgendwo auf der Welt wird es jemanden geben, der sie hat und nicht mehr will. Und: tatatata! Ich WAR erfolgreich. Und oh, das Gefühl ist großartig. Und nun warte ich täglich auf die Post. Was aber HINTER dieser Jagd steht, ahnt und kennt ihr vielleicht: stundenlanges Suchen und Recherchieren. Da fliegt die Zeit mal schnell vorbei. Und alles andere, was vielleicht auch nicht ganz unwichtig war, ist liegengeblieben. Und so wird für mich diese neue Lampe Freude und Mahnung zugleich in diesen noch jungen Jahr werden. DAS, was ich brauche ist: mehr Fokus. Denn wenn man wie ich schnell von vielen Dingen, Aktionen und Menschen begeistert ist, dann verliert man ein paar Schwerpunkte schnell aus dem Sinn. Und nicht, dass man sie nicht erledigt bekommt. Auch termingerecht, da kann ich mich auf mich verlassen, aber es kostet ungleich mehr Energie und Kraft, als nötig.

Fokus bedeutet NEIN sagen

Vor zwei Wochen war ich mit 15 Frauen ein Wochenende zu einem Seminar weg. Ich habe es “Ausrichten auf das neue Jahr” genannt. Welche Schwerpunkte Stephie vom Blog Einfach Stephie für sich aus dem Wochenende gezogen hat, liest sich auch total spannend. Denn auch hier geht es um Fokus. Wenn wir uns fokussieren, ist dies auch immer mit Wehmut verbunden. Mit Loslassen und Abschied. Einfach, WEIL. NICHT. ALLES. GEHT. So einfach und doch so schwer. Ich habe das lange nicht wahrhaben wollen und mir mit unterschiedlichen Farben im Kalender unterschiedliche Prioritäten markiert. Ich habe alle störendend Dinge offline oder was auch immer gestellt, damit ich mich voll und ganz auf eine Sache konzentrieren kann (WAS gut und richtig war und ist, ABER nicht das Gefühl von Struktur und Klarheit für mich gebracht hat.)

Ich habe es einfach nur sehr schwer hinbekommen, mich beruflich zu strukturieren.

  • “Wohin soll es dieses Jahr gehen?
  • “Welche Schwerpunkte will ich setzen?”
  • “Wie lässt sich das gut mit der Familie vereinbaren?”
  • “Wo bleibt dann genügend Freiraum für mich?”
  • “Welches ZIEL habe ich überhaupt?”

Und so habe ich zu sehr vielen verschiedenen, sehr inspirierenden Dingen JA gesagt. Aus guter Absicht. Ich will mich vernetzten und tolle Event besuchen und inspirierte Menschen treffen und Neues lernen und wagen und und und. Ich habe TAUSEND Ideen. Aber leider keinen Fokus. Dumm. Dumm. Dumm. Aber dann. Aber dann stieß ich vor ein paar Tagen auf DIESES Zitat. Und da ich nicht an Zufälle glaube, kreuzte es meinen Weg zu GENAU dem richtigen Zeitpunkt. Es ist von Steve Jobs: 

“People think focus means saying yes to the thing you’ve got to focus on. But that’s not what it means at all. It means saying no to the hundred good ideas that there are. You have to pick carefully. I’m actually as proud of the things we haven’t done as the things I have done. Innovation is saying no to 1,000 things.”

Mir ging und geht es mit diesem Zitat so, wie unserem Lampenglas, als die Rakete es getroffen hat. Mitten ins Schwarze. Und die Scherben haben schon weh getan, denn ich musste mir eingestehen, dass ich so das Jahr nicht weitermachen kann und sollte. Nicht so wie im letzten Jahr einfach weitermachen. Und so habe ich mich die letzten Tage hingesetzt und überlegt. Was muss ich wegstreichen, damit ich mehr Klarheit bekomme. Und ja, da sind auch ein paar Dinge dabei, deren Absage mir schwerfallen wird. Aber mir ist klargeworden, dass ich daran wachsen werde. Dass es dadurch besser wird. Und jetzt seid ihr vielleicht überrascht und denkt: “Aber sie schreibt und sagt doch immer, wie wichtig ein “NEIN” ist, damit man “JA” aus vollem Herzen sagen kann.” Richtig. Und das stimmt und das versuche ich auch in meinem Alltag zu leben. Für und mit meiner Familie. Auch für meine alltäglichen Überlegungen, wie ich mehr Entschleunigung und Ruhe in den vollen Alltag bringe. Aber diese “Neins” betreffen Dinge, ich mir Energie geben werden. Jedes einzelne betrachtet: wundervoll und gerne mehr. Aber in der Summe: too much.

Und so habe ich meine berufliche Liste für dieses Jahr fertig.

  • Ein paar Veranstaltungen im Ruhrgebiet machen
  • Einzelcoachings
  • Schreiben
  • Ein “Sei dir gut” Wochenende zu Ende des Jahres anbieten
  • Homepage neu strukturieren (Fokus auf: Kinder. Partnerschaft. SICH selbst)
  • Pinterest lernen (gestern begonnen)
  • Mich endlich TRAUEN mit den Videos zu starten (MEGA Herausforderung…)
  • Eine neue Idee weiterträumen

“Toller Fokus?!”, denkt ihr vielleicht jetzt, sieht ja immer noch viel aus. Aber nein, das ist es nicht. Es ist auf das Jahr betrachtet für mich genau richtig. Und dann werde und muss ich “NEIN” zu ein paar Veranstaltungen und Konferenzen sagen, weil ich ganz viel “JA” für Zeiten jenseits von beruflichen Inputs will. Für ein Wochenende am Meer mit meiner Freundin Mi, das schon lange geplant ist, für ein Wochenende nur mit meinem Mann. Für Zeiten, bei denen man spontan Gäste empfangen oder Freunde besuchen kann. Für Zeiten zum Lesen und im Garten liegen und nichts müssen müssen. Und immer wieder mich ausrichten drauf, was ich habe, bin und kann.

Und dafür möchte ich euch ein ganz und gar schönes Buch von einem Freund vorstellen. Es heißt Journal of Happiness . NOCH so ein ACHTSMAMKEITSBUCH? Been there, done that! Aber NEIN! So ist es ganz und gar nicht! Dieses Buch ist eine Einladung an dich. Dieses Buch hilf einem, sich auszurichten. “Nein” zu sagen. Sich zu fokussieren. Und es ist von einem MANN geschrieben. Von Marius Kursawe. Und wisst ihr was? DAS ist so toll, denn ich bin davon überzeugt, dass wir viel mehr Männer brauchen, die zu ihren Gefühlen stehen, die mutig ihre Bedürfnisse äußern. Die wissen, was ihre Berufung ist und diese im privat und beruflichen Kontext leben, weil man das eben nicht trennen kann. Die sich mit sich auseinandersetzen und wachsen und offen für Veränderungen sind. Und so finde ich den Fokus des Buches auf Dankbarkeit großartig, denn Dankbarkeit verändert die Sicht auf das Leben ENORM. Aber: noch mehr mag ich die Ausrichtung auf: DAS würde meinen Tag bereichern!

DAS würde meinen Tag bereichern.

DAS würde meine Ehe bereichern.

DAS würde meine Familie bereichern.

DAS würde mein Jahr bereichern.

DAs würde meinen Job bereichern.

DAS würde MICH bereichern.

Und ich bin mir ganz sicher: wenn wir uns auf diese Fragen ausrichten, dann geht 2018 so richtig was. Aber so richtig.

The best is yet to come!

Sei dir gut ❤️

Deine Natalia

PS: Und JA, es ist Werbung für dieses Buch, aber keine für die ich was bekommen! DAS muss man ja immer dazuschreiben… Aber ich habe ganz viel bekommen. Marius hatte mir nämlich ein Exemplar geschickt und gefragt, ob ich es verlosen mag. Und just an diesem Tag hatte ich ein Coaching mit einer jungen Frau. Und es war, als hätte das Buch nur auf sie gewartet, denn sie erwähnte, dass sie so ein Buch für ihre anstehende Reise suche. Und da ich habe es ihr gleich geschenkt. Sie fliegt nämlich morgen alleine für vier Wochen nach Australien und bereichert damit sich und ihr Leben. Soo good.

6 Kommentare

  1. Sonja

    27. Januar 2018 at 10:34

    Jeder Satz ein Geschenk, einfach wunderbar. Danke Dir! Liebe Grüße von Sonja

    1. Natalia

      27. Januar 2018 at 11:06

      ❤️Oh, das freut mich so sehr. Ich danke dir!

  2. Yvonne Sebald

    27. Januar 2018 at 21:13

    Liebe Natalia,
    vielen Dank für diesen Bericht. Wieder ein toller Impuls. Wieder so wahr und wichtig und doch so herausfordernd es hinzubekommen.
    UND: ich freue mich, dass auf Ihrem Fokus das Schreiben steht. Ihre Texte bereichern meinen Alltag immer wieder.
    Liebe Grüße von
    Yvonne

    1. Natalia

      28. Januar 2018 at 13:40

      Vielen Danke, liebe Yvonne. Danke für Ihre Worte!

  3. Eva

    28. Januar 2018 at 10:31

    Wollen wir nicht die Video-Herausforderung gemeinsam angehen? Wie könnte ich Dich unterstützen?

    1. Natalia

      28. Januar 2018 at 13:40

      Liebe Eva, ja, vielleicht sollten wir beide uns gegenseitig unterstützen! DANKE für diese Idee! Lass uns bald mal sprechen!

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