Warum ich hier schreibe

“Darüber blogge ich” war eine Frage der Instagram-Challenge von #meetthebloggerde von Anne. Und da habe ich lange drüber nachgedacht, wie ich das kurz und knackig sagen könnte. Und das ist der Screenshot aus meiner Story (die findet ihr dort unter den Highlights – by the way…)

Und das hat etwas in Bewegung gesetzt. Und so ist dieser Text entstanden. Über “sei dir gut” und über mich und meine Berufung:

“SEI DIR GUT!”, sagte mir vor vielen Jahren meine liebe Freundin Mi, als ich ihr – mal wieder – sagte, wie häufig ich das Gefühl hätte, keine gute Mutter zu sein, mit meinem Leben nicht wirklich klar zu kommen und allen Anforderungen, Herausforderungen und Idealen NICHT gerecht zu werden.
Ich hatte den Kontakt zu mir völlig verloren zu haben. Vielleicht hatte ich ihn auch nicht wirklich gehabt. Denn dann hätte ich mich viel früher einem Schmerzen in mir zuwenden müssen, der sich nach Liebe und Annahme sehnte. Aber das war mir viel zu gefährlich. Die Möglichkeit, dass es in der Tiefe hell ist, kam mir damals gar nicht in den Sinn.
Aber genau diese Erfahrung habe ich durch viele Prozesse machen dürfen. Und für diesen eigenen Weg gibt es keine Abkürzung. Man geht seinen Weg. Manchmal alleine, mal mit Begleitung und auch mal mit Gruppen. Ich habe so viel über mich und das Leben erfahren dürfen, dass ich aus voller Überzeugung sage: “Du bist mehr als dein Problem.”
Alle Talente und Potenziale, liegen in dir und warten auf dich. Warten darauf, dass DU glaubst, dass du etwas kannst. Etwas wert bist. Am meisten: Wert, geliebt zu werden. Ich bin davon überzeugt, wenn ich sage: “Du musst nicht werden, du bist schon.” Alles ist da.

In der unserer Tiefe ist es hell.
Häufig haben wir in unserem Leben eine Rüstung angezogen. Nicht bewusst. Eine Rüstung schützt und ist gut. Aber irgendwann kommt der Punkt an dem man merkt, dass sie einem zu schwer geworden ist. Auch, dass sie nicht mehr richtig passt. Aber OHNE sie, fühlt man sich schutzlos und hat weder Ahnung noch Werkzeuge, wie man ohne sie klar kommen kann.
Und das ist meine Berufung, Bestimmung, Leidenschaft: Menschen Mut zu geben, selbstbestimmt zu leben. Sich frei davon zu machen, jemand sein zu müssen. Dass sie es wagen, sich gut zu sein, im Denken und Fühlen und Handeln, weil sie VERANTWORTUNG für sich und ihr Leben übernehmen.
Ich schreibe darüber, dass wir immer die Möglichkeit haben zu wählen. Wir sind freier als wir denken, aber jede Entscheidung kostet etwas.

“Every vision has a price tag”

Wenn du beginnst, dir gut zu sein, wird das etwas kosten. Das mag Geld sein, aber es wird ganz sicher auch deine Zeit sein. Es wird Konflikte geben, wenn du dich anders verhältst. Menschen werden dich nicht verstehen und sich vielleicht sogar abwenden. Nicht, weil sie nicht gut finden was du tust und wer du bist, sondern weil der Schmerz darüber, es selbst nicht zu wagen, einfach zu groß ist.
Wenn du dir gut bist, dann kommst du raus aus der Opferrolle. Nimmst dich und deine Bedürfnisse wahr. Lernst dich abzugrenzen und “JA” aus ganzem Herzen zu den Menschen und Dingen zu sagen, die dich erfüllen und die du wirklich gerne tust. (und NATÜRLICH müssen wir alle auch Dinge tun, die uns nicht so viel Freude bereiten…meine Liste ist lang!) Aber wenn ich “NEIN” zu bestimmten Erwartungen anderer Menschen sage, dann habe ich mehr Freiheit für die Menschen und Dinge, die mir Energie schenken. Und schaffe so die Dinge, die ich nicht so mag einfach leichter und besser.
Wenn wir beginnen, uns selbst zu lieben, werden wir dankbarer und unabhängiger. Niemand kann dir das geben, was du brauchst. Nicht deine Kinder. Nicht dein Partner. Nicht dein Job. DU bist dafür verantwortlich, dass du gut für dich sorgst. Dass du gut über dich sprichst. Dass du dich gesund ernährst. Dass du dir Auszeiten nimmst. Wenn du deine Bedürfnisse artikulierst, dann handelst du verantwortlich gegenüber Anderen. Nur dann können sie dir Hilfe und Unterstützung sein. Von den Lippen liest leider nämlich niemand ab.
Und so schreibe ich hier über das Leben. Über mein Leben. Über die Höhen und Tiefen. Über das Licht und den Schatten. Denn so ist das Leben. Wild und gefährlich. Und wunderbar. Und ich möchte bewusst einen Unterschied machen zu den Beratern und Coaches und den ganzen Trends die dir sagen: “Wenn du glücklich sein willst, dann sei es! Selbst schuld, wenn du es nicht bist.”
DAS ist NICHT meine Erfahrung. Veränderung braucht Zeit. Und wir sind ungeduldig.

“Unsere Seele geht zu Fuß”

Es geht mal vor und mal zurück. Mal muss man stehenbleiben, um die Richtung abzustecken. Vieles wird ein lebenslanger Prozess sein. Das ist eine Herausforderung – aber keine Bedrohung. Und das gilt für uns selbst ebenso wie auch für Partnerschaften, Freundschaften und auch für Unternehmen. Wir müssen breit sein, UNSERE Verantwortung für unser Denken und Tun zu übernehmen. Dann können wir um Verzeihung bitten. Dann werden wir dankbarer. Dann werden wir freier und großzügiger. Mit unseren Finanzen und mit unserem Herzen. Dann kann etwas in Bewegung kommen. Dann kann Veränderung entstehen. Dann kann ich das Gute im Anderen sehen, ohne dass das MEINEN Wert kleiner macht.
Ich bin dankbar, dass ich Menschen und Unternehmen auf diesem Weg begleiten darf. Auf dem Weg zu mehr Mitmenschlichkeit. Zu mehr Verantwortung, die ich für mich übernehme und damit für die Anderen.
Sei dir gut
Deine Natalia
PS: Und zum Pinnen und für den Kühlschrank:

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