Weihnachtswunder

Jeden Tag erinnern mich meine Kinder daran, worum es an Weihnachten eigentlich geht: um Erwartung, Vorfreude und Staunen. Für unsere Jüngste, die fünf Jahre alt ist, ist das Weihnachtswunder absolute Realität. Der Schokoladenkalender über dem Bett, dessen Türchen direkt nach dem Aufwachen geöffnet und geleert werden: eine Freude an jedem Morgen. Jeden Morgen werden auch die Säckchen im Wohnzimmer auf’s neue gezählt. “Nur noch sieben Tage!”, ruft sie hocherfreut. Dann hält sie kurz inne. Überlegt und ruft: “Mama, nur noch eine Woche!” Und ich? Ich zucke innerlich kurz zusammen, weil denke: “Oh nein! Nur noch eine Woche!” Ich wünschte mir von Herzen, ich könnte es so sehen und fühlen wie sie.

Ich brauch ein Wunder!

Unsere Kinder sind in Vorfreude. Bei uns zu Hause wird der Weihnachtsmann erwartet. Und auch, wenn die Elfjährige NATÜRLICH weiß, dass wir Eltern nicht völlig unbeteiligt an den Geschenken sind, lässt sie sich noch ins Staunen und Wundern versetzen. Auch unser Sohn weiß es, aber so ganz lässt er sich das nicht anmerken. Alle drei schreiben ihre Wunschzettel und selbstverständlich werden diese per Post nach Himmelsthür geschickt. Und jedes Jahr erwarten sie sehnsüchtig die Antwort mit einem kleinen “WAS wäre wenn…” im Herzen.

“Ey, es wär’ schön blöd, nicht an Wunder zu glauben!”

Ja, das stimmt doch! Täte es uns nicht allen gut, an Wunder zu glauben? An das, was wir uns nicht erklären können? Für meine Jüngste ist es ganz klar, dass an Weihnachten ein Kind im Stall geboren wurde. Sie kennt die Geschichte und sie nimmt sie so an, wie sie ist. Eine Wunder-Geschichte. Eine Geschichte voller Engel und Fanfaren. Eine Geschichte, die Hoffnung schenken kann.

Ich weiß noch, wie ich vor elf Jahren meine acht Wochen alte Tochter Weihnachten auf dem Arm hatte. Spüre noch, wie mich die Weihnachtsgeschichte damals ganz anders berührt hat: Plötzlich wurde Maria zu Frau, zur Schwester. Ich konnte auf einmal erahnen und denken: “WIE schrecklich muss das gewesen sein, wenn man alleine in einem Stall ein Kind zur Welt bringen muss. Wenn man Wehen und keine Herberge hat.”

Wie viel Sorgen und Ängste muss sie gehabt haben. Und während ich mein Kind anschaute und voller Dankbarkeit darüber war, unter welchen Umständen sie das Licht der Welt erblickt hat, konnte ich plötzlich mitfühlen, wie es tausenden Frauen weltweit geht. Die unter erbärmlichen Bedingungen ihre Kinder zur Welt bringen müssen. Häufig auch allein, was Gefahr für Mutter und Kind birgt. Ey! Da ist doch so eine Geburt im Stall, ein echtes Wunder! Immerhin haben beide überlebt

Für meine jüngste Tochter geht es nicht darum “ob das alles so stimmt”. Es geht nicht um “Übersetzungsfehler”. Es geht um Engel und um eine gute Botschaft. Um Hoffnungen und Wunder, dass es besser und anders wird und werden kann! Ganz ehrlich: dass Menschen vor über 2000 Jahren diese Hoffnung hatten kann ich in Anbetracht der politischen Situation unsere Welt, nicht erreichten Klimazielen und Menschen auf der Flucht absolut verstehen.

“Du wirst dich noch wundern!”

… ist keiner der Sätze, der bei mir etwas Positives bewirkt. Eigentlich habe ich erst in diesem Jahr gemerkt, wie negativ er bei mir besetzt ist. Eine kleine Altlast meiner Kindheit. Und ich habe gemerkt: DOCH! Ich will mich wundern! Ich will Wunder erwarten und erleben. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich Dinge und Menschen ändern. Ich will daran glauben. Und so teile ich heute eine wirklich kleine feine, bezaubernde Geschichte mit euch, die uns in diesem Herbst passiert ist:

Im Sommer waren wir in Spanien und unsere Kinder haben Karten geschrieben. Das diese, auch nach Wochen (!), nicht ankamen, wunderte uns keineswegs. “Die spanische Post, ja ja, da dauert es schon mal länger…” undsoweiter. So haben wir die Karten schlicht und einfach vergessen, als die Ferien vorbei und uns der Alltag schneller wiederhatte, als wir es gehofft haben. Auf Nachfrage meiner Tochter, trösteten wir sie, dass es leider immer mal wieder vorkomme, dass etwas verloren ginge.

Einer macht einen Unterschied

Aber eines Tages bekamen unsere Freunde einen Brief aus Spanien auf den sie sich keinen Reim machen konnten. Unbekannter Absender. WIE groß war das Erstaunen beim Öffnen des Briefes! Er enthielt drei Postkarten:

Dabei lag außerdem eine kleine Visitenkarte, auf der folgendes stand:

 

 

“Hallo, mein Name ist Jose. Dein Freund hat die Adresse auf zwei Karten vergessen. Bitte kontaktiere ihn und sage es ihm!!

Danke!”

 

 

 

 

Ist das nicht unglaublich? Da hat ein Mann bei der spanischen Post bemerkt, dass es in den ganzen Karten und Briefen einige gab, die sich ähnlich sahen! Ihm ist aufgefallen, dass auf zwei Karten KEINE Anschrift stand.

Er muss sehr aufmerksam bei seiner Arbeit gewesen sein, sonst wären ihm die Bilder und die ähnliche Handschrift gar nicht aufgefallen. Und nein, er hat sie nicht mit dem Gedanken “Diese blöden Touristen…” weggeschmissen, was niemand bemerkt hätte.

Er hat sich die Mühe gemacht und die Karte MIT einer Anschrift ausfindig gemacht, und das Ganze dann erneut auf den Weg gebracht. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr uns das berührt hat.

Du bist das Wunder!

Da sieht man mal wieder, dass JEDER einen Unterscheid machen kann. Dass JEDER etwas zu geben hat. Es lohnt sich am Ende des Jahres mal innezuhalten und all’ deine Wunder 2018 aufzuschreiben und sich vor Augen zu führen, was dir Gutes widerfahren ist.

Vielleicht ist dein Wunder

  • eine schwierige Entscheidung, die endlich getroffen wurde.
  • ein Gespräch, das viel besser gelaufen ist, als erwartet.
  • ein Problem, das gelöst wurde.
  • eine Grenze, die du endlich ziehen gezogen hast.
  • eine Beziehung, wo wieder Nähe und Gespräch möglich waren.
  • ein Missverständnis, das ausgeräumt wurde.
  • eine Rolle, von der du dich freigeschwommen hast.
  • eine Veränderung, die plötzlich sichtbar wird.
  • eine Freundschaft, die eine neue Qualität bekommen hat.
  • dass du dich plötzlich anders wahrnehmen kannst.

Schreib auf, was war. Schätze wert, was ist. Fülle dich mit Dankbarkeit und Liebe über das, was du hast und wer du bist. Wenn du aus der Fülle lebst, kannst du Licht sein. Lass es leuchten.

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Vorweihnachtszeit. Noch vieles, was ich tun und machen möchte, aber auch einiges, das gemacht werden muss. Seit Tagen schleppe ich mich selbstmitleidig durch mein Leben. Eine fette Erkältung und nur wenig Zeitfenster zum Ausruhen. Als ich alle Kinder heute Morgen auf den Weg gebracht habe und wieder zuhause bin, stehe ich in der Küche. Schon wieder müde von den letzten zwei Stunden. Um mich herum: ein Schlachtfeld. Und mittendrin finde ich dieses Zettelchen. Es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Und plötzlich ist es alles gar nicht mehr zu schlimm. Lichtet sich der Nebel im Kopf. Ich koche Tee und entscheide mich dazu nix zu tun. In der Woche vor Weihnachten. Und sobald der selbstauferlegte Druck weg ist, geht es mir besser. „Stop focusing on how stressed you are and remember how blessed you are.“ ⭐️#dankbarkeit #lebenmitkindern #inspiration #machwaswirklichzählt #zufriedenheit #innereruhe #liebe #alltag #vorweihnachtszeit #weihnachtsstress

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Ein Wunder machen

Vor zwei Wochen habe ich einen Beitrag auf Facebook gepostet, der sehr viel Zuspruch gefunden hat. Ich habe ihn auf der Rückfahrt von Berlin nach Hause an meine Tochter geschrieben. Es ging darum, sie zu ermutigen, an IHRE Wunder zu glauben. Ihren Weg zu gehen und sie zu bestärken, dass wir hinter ihr stehen. Egal was. Und darauf hin, hat Claudia folgendes kommentiert:

“Deine Worte haben mich sehr berührt und gerührt. Drück’ dich mal. Ich kenne das nur zu gut: Weder Schule noch Eltern haben mich unterstützt und auch ich versuche es, bei meiner Tochter besser zu machen. Ein Grund warum ich sie unterstützt habe, ihr erstes Buch zu veröffentlichen, auch wenn sie erst 8 ist und viele das belächeln.

Sie hat hart dafür gearbeitet (es ist extra komplett in Schreibschrift, da sie findet das solche Texte in der Schule fehlen), weil es ihr großer Traum war. Und sie hat auch wirklich ein kleines süßes Büchlein geschaffen und ich bin stolz auf sie. Aber auch auf mich, denn ich habe etwas geschafft, was ich nicht von meinen Eltern gelernt habe: Ich war da und wir haben es einfach gemacht, egal was die Anderen denken. Ich hoffe, dass sie den “Erfolg” für sich abspeichert und in schlechten Situationen daraus Kraft ziehen kann.”

Ist das nicht fantastisch? Es macht so einen Unterschied, wenn du EINEN in deinem Leben hast, der AN DICH GLAUBT! Der ein WUNDER geschehen lässt. Und daher habe ich mir überlegt: wie toll wäre es denn, wenn wir Laura ein kleines Weihnachtswunder bereiten würden und ihr kleines Büchlein kaufen!

Es heißt “Nelly und das verschwundene Tortenblech” und ist eine kleine, feine Detektivgeschichte. Es hat ungefähr Schulheftgröße und kostet 7,99€ Die Familie hat es selbst verlegt, der Preis kommt durch die Druckkosten zustande. Zu bestellen ist es in jeder Buchhandlung oder auch bei epubli oder Amazon

Weihnachtswunder

“Laura freut sich wie Bolle, wenn sich jemand interessiert oder es verkauft wird”, schreibt ihre Mutter. 

Ey, es wäre schön blöd, nicht an Wunder zu glauben!

Lasst uns Licht für Laura sein! Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn der eine oder andere das Buch kauft. Für Laura. Um vielleicht eine Geschichte weiterzuschreiten, die aus Liebe entstanden ist. Daraus, dass Claudia etwas in ihrer Tochter sieht und an sie glaubt.  Und das wünschen wir uns alle: gesehen werden.

Wunderbar

Ich hoffe, dass du im Advent immer mal wieder eine kleine Atempause für dich hattest. Eine Atempause, in der dir ein Türchen aus dem “Sei dir gut Adventskalender” zum Innehalten gedient hat.

Ich danke von Herzen für alle Nachrichten und Kommentare. Für das gute Miteinander und den wertschätzenden Austausch. Ich danke für alle, die an einem Workshop oder Retreat teilgenommen haben. Durch und mit euch durfte ich Neues wagen, wachsen und mich weiterentwickeln. Ich hatte ein sehr besonderes, wunderbares 2018. Danke dafür.

Ich wünsche dir frohe und gesegnete Weihnachten.

Sei dir gut ❤︎

Deine Natalia

Werbung aus Überzeugung. Werbung wegen Namensnennung.

8 Kommentare

  1. Miriam

    20. Dezember 2018 at 7:11

    Oh- Danke dir Natalia! Das war ein wunderschönes Geschenk heute morgen, deine Zeilen zu lesen.
    Danke und frohe Weihnachten

    1. Natalia

      20. Dezember 2018 at 10:08

      Oh, das freut mich sehr! Danke dir für deine Worte!

  2. Gudrun

    20. Dezember 2018 at 11:10

    Diese kleine Urlaubskarten-Geschichte geht wirklich zu Herzen. Eine kleine liebevolle Tat eines Spaniers hat nun viele Menschen erreicht und berührt: euch, die Menschen, die die Karten bekamen, und deine Leser*innen.

    Danke für deine vielen warmherzigen, wohltuenden Texte – und gesegnete Weihnachten!
    Gudrun

    1. Natalia

      20. Dezember 2018 at 13:22

      Da hast du recht, liebe Gudrun, so kann eine Geschichte Kreise ziehen. In der Tat – so habe ich es auch empfunden: dass es eine liebevolle Tat war. Danke für deine Worte, über die ich mich freue. Natalia

  3. Chantal

    20. Dezember 2018 at 15:05

    Wunderschöne, berührende und anregende Zeilen ❤
    Liebe Natalia, auch ich wünsche Dir und Deiner Familie ein wunderschönes Weihnachtsfest! Viele wundervolle Momente, Stille und Ruhe.
    DU bist für mich eine wahre Bereicherung und es ist unglaublich schön, dass es Dich gibt und Du uns an Deinen Texten, Deinem Leben und Deinen Erfahrungen teilhaben lässt und uns so immer und immer wieder aufs neue beschenkst. Aus tiefstem Herzen möchte ich DANKE sagen für Dich und Deine Begleitung durch das Jahr ?❣?? Fühl Dich fest gedrückt und alles Liebe!
    Ich freue mich auf 2019 mit Dir ???❤

    1. Natalia

      22. Dezember 2018 at 11:55

      Ach, wie freuen mich deine Zeilen. Deine warmen Worte. Sie sind mir Rückenwind und Ausrichtung und Geleit für mein neues Jahr. Von Herzen DANKE!

  4. Sonja

    21. Dezember 2018 at 8:48

    Eine tolle (Postkarten-) Geschichte! Und ein tolles Buchprojekt, das Du vorstellst. Ich lese Dich so gerne. Viele Grüße Sonja.

    1. Natalia

      22. Dezember 2018 at 11:54

      Vielen Dank. Ich freue mich sehr.

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